Ja, das Thema ist heikel. 300 potentiell ermordete Passagiere auf einem Linienflug lassen kaum Platz zur Diskussion über Maßnahmen gegen Terrorismus und für die Sicherheit.
Dennoch treibt die politische Diskussion über die bereits in der Vergangenheit diskutierten Nacktscanner einem engagierten Datenschützer fast die Tränen in die Augen.
Aber versuchen wir mal sachlich zu bleiben.
Fakt ist: viele Maßnahmen der so genannten Terrorabwehr stellen sich mehr und mehr als sowohl sinnlos wie auch nutzlos dar.
Egal, ob es sich um patrouillierende Bundespolizisten handelt, die in Hamburg das gesamte Areal des Hauptbahnhofs zu zweit, aber dafür mit MP im Anschlag, absichern sollen, egal, ob es sich um lasch durchgeführte Stichproben in überfüllten Flughafenterminals handelt. Benötigen Sie Material zum Bombenbau, so kann sich der geneigte Staatsfeind dieses auch elegant im Duty-Free Shop kaufen. So konnten Reporter des ZDF-Magazins Frontal21 bereits 2006 ungehindert mit chemischen Trockensubstanzen die Kontrollen am Frankfurter Flughafen passieren. Und just, als ich diese Zeilen schreibe, wird an einem internationalen Airport ( früher nannte man dies Flughafen) eine Paketbombe gefunden und entschärft.
Wurden direkt nach dem versuchten Attentat kürzlich im Affekt neue Sicherheitsbestimmungen eingeführt, so darf man nun auf Flügen in die Vereinigten Staaten eine Stunde vor Landung nicht mehr auf die Bordtoilette, beginnen nun also auch wieder Diskussionen über die Einführung von Nacktscannern. Am Rande gefragt: verhält sich ein Fluggast, der heftig auf seinem Sitz herumrutscht und den Pipi bereits in den Augen hat eigentlich auffällig?
Nun also wieder Nacktscanner. Diese Geräte, die jeden Teilzeitspanner frohlocken lassen…aber nein, wir wollen ja sachlich bleiben.
Eine ursprüngliche breite Front der Ablehnung bröckelt gerade in den Parteien. Wenn Nacktscanner so modifiziert würden, dass der Intimbereich ausgespart wird, sind also führende Politiker dafür. So jedenfalls gilt es vermutlich die neuesten Aussagen bezüglich des Schutzes der Intimsphäre zu deuten.
Papperlapapp….auch im Rektum lassen sich feine Sachen verstauen, weiß jeder spätestens nach ausgiebigem Konsums diverser Krimiserien. Also taugt so ein Nacktscanner fast ausschließlich, werden eben diese Bereiche NICHT ausgespart.
Wer sich ein Bild machen möchte, wie jemand auf einem Nacktscanner aussieht und wie die Vorgehensweise beim Nacktscan zu sein scheint, darf sich gerne ein Bild der dpa anschauen:
Ein Nacktscanner greift IMMER in die Persönlichkeitsrechte einer jeden Person ein.
Und vielleicht muss man den Einen oder Anderen einfach noch Mal auf das Grundgesetz aufmerksam machen:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. In diesem übertragenen Sinne mehr als wahr!
Sicher, die Flugsicherheit muss erhöht werden. Auch würde ich persönlich es mir nicht wünschen, mich an einem Bahnhof aufzuhalten, sprengt ein überzeugter Terrorist sich in die Luft.
Aber vielleicht ist einfacher, immer mehr Kontrolle und Überwachung einzuführen, anstelle sich mit Ursachen und Folgen auseinanderzusetzen.
Abschließend möchte ich einen Passus einfügen, den ich bei meinen Recherchen in der wikipedia fand:
Der Begriff der Menschenwürde nach dem Philosophen Immanuel Kant:
Das Grundprinzip der Menschenwürde besteht für ihn in der
- Achtung vor dem Anderen,
- der Anerkenntnis seines Rechts zu existieren und
- in der Anerkenntnis einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.

